Zum Inhalt springen

Diese Seite wird gerade überarbeitet. Inhalte können sich noch ändern.

BWLexikon | VWL

Risikoaversion, Risikoaffinität & Risikoneutralität

Risikoaversion, Risikoaffinität und Risikoneutralität beschreiben die Einstellung eines Entscheiders zum Risiko. Sie lässt sich an der Krümmung seiner Von-Neumann-Morgenstern-Nutzenfunktion ablesen.

Die drei Fälle

  • Risikoneutral: Die Nutzenfunktion ist linear (u'' = 0). Es zählt nur der Erwartungswert
  • Risikoavers: Die Nutzenfunktion ist konkav (u'' < 0), etwa u(x) = √x. Eine sichere Zahlung wird einer unsicheren mit gleichem Erwartungswert vorgezogen
  • Risikoaffin: Die Nutzenfunktion ist konvex (u'' > 0), etwa u(x) = x². Die unsichere Zahlung wird vorgezogen

Dazu passt das Vorzeichen der Risikoprämie: positiv, null oder negativ.

Arrow-Pratt-Maß

Wie stark die Risikoaversion ist, messen zwei Kennzahlen.

Absolute Risikoaversion (ARA):

ARA(x) = − u''(x) / u'(x)

Relative Risikoaversion (RRA):

RRA(x) = − x · u''(x) / u'(x)

Beispiel

Für u(x) = ln(x) ist u' = 1/x und u'' = −1/x². Daraus folgt ARA = 1/x und RRA = 1. Die absolute Risikoaversion sinkt mit dem Vermögen, die relative bleibt konstant.

Die nötigen Ableitungen stehen unter Ableitungsregeln.

Risikoaversion, Risikoaffinität & Risikoneutralität im Video erklärt

Verwandte Begriffe

Risikoprämie, Sicherheitsäquivalent & Erwartungsnutzen | Entscheidungsregeln bei Unsicherheit | Ableitungsregeln

Von Claudius Thelen, Postdoc an der Universität Greifswald. Erstmals veröffentlicht am 11. Januar 2024.

Zurück zum BWLexikon von A bis Z