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Lohn- & Preissetzungsfunktion (WS/PS)
Die Lohnsetzungsfunktion (WS, „wage setting“) und die Preissetzungsfunktion (PS, „price setting“) beschreiben den Arbeitsmarkt. Ihr Schnittpunkt bestimmt den Reallohn und die natürliche Arbeitslosenquote.
Nominallohn und Reallohn
Der Nominallohn W ist der Lohn in Geld. Der Reallohn W / P gibt an, wie viele Güter sich davon kaufen lassen.
Lohnsetzung (WS-Kurve)
W = Pe · F(u, z)
Der Nominallohn hängt vom erwarteten Preisniveau, von der Arbeitslosenquote u und von weiteren Größen z ab, etwa Arbeitslosengeld und Kündigungsschutz. Je höher die Arbeitslosigkeit, desto niedriger der durchsetzbare Lohn. Die WS-Kurve fällt.
Preissetzung (PS-Kurve)
P = (1 + μ) · W
Unternehmen schlagen auf die Lohnkosten einen Gewinnaufschlag μ auf. Der Reallohn ist dann W / P = 1 / (1 + μ). Die PS-Kurve verläuft waagerecht.
Natürliche Arbeitslosenquote
Im Schnittpunkt stimmen der geforderte und der von den Unternehmen gezahlte Reallohn überein. Steigt der Gewinnaufschlag, verschiebt sich die PS-Kurve nach unten und die natürliche Arbeitslosenquote steigt. Steigt z, verschiebt sich die WS-Kurve nach oben, mit demselben Ergebnis.
Aus der natürlichen Arbeitslosenquote folgen das natürliche Beschäftigungsniveau und die natürliche Produktion. Darauf bauen Phillipskurve und AS-AD-Modell auf.
Lohn- & Preissetzungsfunktion (WS/PS) im Video erklärt
Verwandte Begriffe
Phillipskurve | AS-AD-Modell | IS-LM-Modell
Von Claudius Thelen, Postdoc an der Universität Greifswald. Erstmals veröffentlicht am 9. Januar 2025.