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IS-LM-Modell
Das IS-LM-Modell bestimmt das gleichzeitige Gleichgewicht von Gütermarkt und Geldmarkt und damit Zins und Produktion in der kurzen Frist. Das Preisniveau gilt dabei als fest.
IS-Kurve
Die IS-Kurve („investment, saving“) zeigt alle Kombinationen von Zins und Produktion, bei denen der Gütermarkt im Gleichgewicht ist: Y = C + I + G. Sie fällt, weil ein höherer Zins die Investitionen senkt.
LM-Kurve
Die LM-Kurve („liquidity, money“) zeigt alle Kombinationen, bei denen der Geldmarkt im Gleichgewicht ist, siehe Geldangebot & Geldnachfrage. Sie steigt, weil höhere Produktion die Geldnachfrage und damit den Zins erhöht. Steuert die Zentralbank den Zins direkt, verläuft sie waagerecht.
Fiskalpolitik
Höhere Staatsausgaben oder niedrigere Steuern (expansiv) verschieben die IS-Kurve nach rechts. Produktion und Zins steigen. Der höhere Zins verdrängt einen Teil der privaten Investitionen (Crowding-out). Restriktive Fiskalpolitik wirkt umgekehrt.
Geldpolitik
Eine größere Geldmenge (expansiv) verschiebt die LM-Kurve nach unten. Der Zins sinkt, Investitionen und Produktion steigen. Restriktive Geldpolitik wirkt umgekehrt.
Rechnerische Lösung
IS- und LM-Gleichung werden jeweils nach dem Zins oder der Produktion aufgelöst und gleichgesetzt. Mit beweglichem Preisniveau führt das Modell zum AS-AD-Modell.
IS-LM-Modell im Video erklärt
Verwandte Begriffe
Geldangebot & Geldnachfrage | AS-AD-Modell | Geldschöpfungsmultiplikator
Von Claudius Thelen, Postdoc an der Universität Greifswald. Erstmals veröffentlicht am 11. Juli 2024.