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BWLexikon | Mathematik

Lagrange-Methode

Die Lagrange-Methode (Lagrange-Ansatz, Lagrange-Verfahren) bestimmt das Maximum oder Minimum einer Funktion unter einer Nebenbedingung. Typische Anwendungen sind der höchste Nutzen bei gegebenem Budget oder die niedrigsten Kosten bei gegebener Menge.

Vorgehensweise

  1. Lagrange-Funktion aufstellen: Zielfunktion plus Lagrange-Multiplikator λ mal Nebenbedingung, die nach null umgestellt ist

L(x, y, λ) = f(x, y) + λ · (c − g(x, y))

  1. Partiell ableiten nach x, y und λ und alle Ableitungen gleich null setzen, siehe Ableitungsregeln
  2. λ eliminieren: Die ersten beiden Bedingungen durcheinander teilen
  3. Einsetzen in die Nebenbedingung und auflösen

Beispiel

Maximiere den Nutzen U = x · y unter der Budgetbedingung 2x + 4y = 40.

L = x · y + λ · (40 − 2x − 4y)

  • Ableitung nach x: y − 2λ = 0
  • Ableitung nach y: x − 4λ = 0
  • Ableitung nach λ: 40 − 2x − 4y = 0

Aus den ersten beiden Bedingungen folgt y / x = 2 / 4, also x = 2y. Eingesetzt: 2 · 2y + 4y = 40, damit y = 5 und x = 10. Der Nutzen beträgt 50.

Bedeutung des Lagrange-Multiplikators

λ gibt an, um wie viel der optimale Zielwert steigt, wenn die Nebenbedingung um eine Einheit gelockert wird. Im Beispiel ist λ = 2,5: Ein Euro mehr Budget erhöht den Nutzen um etwa 2,5.

Lagrange-Methode im Video erklärt

Verwandte Begriffe

Ableitungsregeln | Tausch-Edgeworth-Box | Engel-Kurve

Von Claudius Thelen, Postdoc an der Universität Greifswald. Erstmals veröffentlicht am 30. November 2023.

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