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Kartelle

Ein Kartell ist eine Absprache zwischen Unternehmen, die eigentlich im Wettbewerb stehen, etwa über Preise, Mengen oder Gebiete. Die Mitglieder verhalten sich gemeinsam wie ein Monopolist und erhöhen so ihren Gewinn.

Wie sich ein Kartell auswirkt

Im Wettbewerb entspricht der Preis den Grenzkosten. Das Kartell verknappt die Menge, bis Grenzerlös und Grenzkosten übereinstimmen. Der Preis steigt, die Menge sinkt, die Konsumentenrente schrumpft und es entsteht ein Wohlfahrtsverlust.

Beispiel

Bei der Nachfrage p = 100 − Q und Grenzkosten von 20 ergibt sich im Wettbewerb p = 20 und Q = 80. Das Kartell wählt Q = 40 und p = 60. Der gemeinsame Gewinn beträgt 1.600, bei zwei Mitgliedern 800 je Unternehmen.

Warum Kartelle nicht stabil sind

Jedes Mitglied hat einen Anreiz zu betrügen. Hält sich das andere an 20 Einheiten und produziert das erste 30, sinkt der Preis auf 50. Der Betrüger verdient 900 statt 800, der Ehrliche nur 600. Weil beide so denken, bricht die Absprache zusammen. Das entspricht dem Gefangenendilemma.

Rechtslage

Kartelle sind in Deutschland nach § 1 GWB und in der EU nach Art. 101 AEUV verboten. Die Kronzeugenregelung verstärkt den Anreiz, auszusteigen.

Wie Unternehmen ohne Absprache im Oligopol konkurrieren, zeigen das Cournot-, Stackelberg- & Bertrand-Modell.

Kartelle im Video erklärt

Verwandte Begriffe

Cournot-, Stackelberg- & Bertrand-Modell | Preisdiskriminierung | Externalitäten & Coase-Theorem

Von Claudius Thelen, Postdoc an der Universität Greifswald. Erstmals veröffentlicht am 21. Dezember 2023.

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