BWLexikon | VWL
Cournot-, Stackelberg- & Bertrand-Modell
Das Cournot-, Stackelberg- und Bertrand-Modell beschreiben den Wettbewerb weniger Anbieter im Oligopol beziehungsweise Duopol. Sie unterscheiden sich darin, was die Unternehmen festlegen und in welcher Reihenfolge.
Beispiel
Zwei Unternehmen bieten ein gleiches Gut an. Die Nachfrage ist p = 100 − Q, die Grenzkosten betragen 10.
| Gesamtmenge | Preis | |
|---|---|---|
| Wettbewerb | 90 | 10 |
| Monopol | 45 | 55 |
| Cournot | 60 | 40 |
| Stackelberg | 67,5 | 32,5 |
| Bertrand | 90 | 10 |
Cournot-Modell
Beide wählen gleichzeitig ihre Menge. Jedes Unternehmen maximiert seinen Gewinn bei gegebener Menge des anderen. Daraus folgt die Reaktionsfunktion q1 = 45 − q2 / 2. Im Schnittpunkt der Reaktionsfunktionen produziert jedes 30.
Stackelberg-Modell
Die Unternehmen wählen ihre Mengen nacheinander. Der Führer kennt die Reaktionsfunktion des Folgers und rechnet sie ein. Er produziert 45, der Folger 22,5. Der Führer hat den Vorteil des ersten Zuges.
Bertrand-Modell
Die Unternehmen wählen Preise statt Mengen. Bei gleichen Gütern unterbieten sie sich, bis der Preis den Grenzkosten entspricht. Schon zwei Anbieter führen zum Wettbewerbsergebnis (Bertrand-Paradoxon).
Sprechen sich die Unternehmen ab, entsteht ein Kartell mit dem Monopolergebnis.
Cournot-, Stackelberg- & Bertrand-Modell im Video erklärt
Verwandte Begriffe
Kartelle | Preisdiskriminierung | Ableitungsregeln
Von Claudius Thelen, Postdoc an der Universität Greifswald. Erstmals veröffentlicht am 14. Dezember 2023.