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BWLexikon | VWL

Effektivzins, Geldschöpfungsmultiplikator & Geldpolitik

Der Geldschöpfungsmultiplikator gibt an, das Wievielfache der Zentralbankgeldmenge die Geschäftsbanken über die Kreditvergabe als Geldmenge schaffen. Zusammen mit dem Effektivzins von Anleihen erklärt er, wie Geldpolitik wirkt.

Effektivzins einer Anleihe

Eine Anleihe, die in einem Jahr 100 € zahlt und heute P kostet, hat den Zins

i = (100 − P) / P

Kurs und Zins bewegen sich gegenläufig: Steigt der Kurs, sinkt die Effektivverzinsung. Mehr dazu im Kapitel Wertpapiere.

Geldschöpfungsmultiplikator

Halten die Haushalte den Anteil c ihres Geldes als Bargeld und die Banken den Reservesatz θ auf ihre Einlagen, gilt:

Multiplikator = 1 / (c + θ · (1 − c))

Ohne Bargeld (c = 0) vereinfacht sich das zu 1 / θ. Bei einem Reservesatz von 10 % entstehen aus 1 € Zentralbankgeld bis zu 10 € Geldmenge.

Geldpolitik

  • Expansiv: Die Zentralbank kauft Anleihen. Die Geldmenge steigt, die Kurse steigen, der Zins sinkt
  • Restriktiv: Die Zentralbank verkauft Anleihen. Die Geldmenge sinkt, der Zins steigt

Die Wirkung auf Produktion und Zins zeigt das IS-LM-Modell.

Effektivzins, Geldschöpfungsmultiplikator & Geldpolitik im Video erklärt

Verwandte Begriffe

Geldangebot & Geldnachfrage | IS-LM-Modell | 72er-Regel

Von Claudius Thelen, Postdoc an der Universität Greifswald. Erstmals veröffentlicht am 27. Juni 2024.

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